Hintergrund

Die Elbe ist ein Fluss mit langen Niedrigwasserperioden. Deshalb hat sich die real existierende Schifffahrt längst von Elbe abgewandt. Selbst in Zeiten mit fast ganzjähriger Einhaltung von 1,60 Meter Fahrrinnentiefe (das ist das Ausbauziel für die Elbe) geht die Schifffahrt auf der Elbe von Jahr zu Jahr zurück, auf inzwischen unter 300.000 Tonnen im Jahr. So lange die Elbe wenig Wasser hat, können die von der Politik behaupteten 2 Millionen Tonnen nicht von der der Saale auf die Elbe kommen. So käme nach dem Kanalbau bald die Forderung nach Staustufen auf der Elbe.

Die Potentiale von Elbe und Saale liegen in ihrem Nutzen für Natur und Tourismus. Nicht umsonst ist die Elbe als längster Sandstrand Deutschlands bekannt. Und im Nutzen für den Hochwasserschutz, den die Flüsse am besten mit naturnahen Retentionsflächen.

Das Elbe-Saale-Aktionsbündnis

Im Jahre 1992 wurde von der damaligen Bundesregierung ein Bundesverkehrswegeplan (BVWP 92) beschlossen, der u.a. den Bau einer Staustufe in der Saale bei Klein Rosenburg und die Vertiefung der Fahrrinne der Elbe vorsah. Da diese Eingriffe massive Auswirkungen auf die typische Flusslandschaft erwarten ließen, gründeten Kritiker dieser Pläne das Aktionsbündnis Elbe-Saale, mit dem Ziel, die naturnahen Flussläufe und ihre Auenwälder zu erhalten. Seit 1993 führen Mitglieder des Aktionsbündnisses im Mündungsbereich der Saale ein mehrtägiges internationales Camp durch, um auf die unumkehrbaren Folgen einer Vertiefung und eines Ausbaus der Flüsse hinzuweisen. Das Aktionsbündnis zählt zu den Mitbegründern des Netzwerkes Flusslandschaften Elbe-Saale-HavelOder. Die Staustufe konnte durch das Aktionsbündnis verhindert werden. Die Vertiefung der Flüsse geht aber weiter und auch der Saalekanal steht immer noch auf der Agenda der Wasserstraßenbauer. Unterstützt wird das Aktionsbündnis durch den BUND Sachsen-Anhalt e.V.